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Philosophie und Organisationsentwicklung
Was ist ein gutes Unternehmen? Was ist seine optimale Organisationsstruktur? Was ist gute Führung im Unternehmen? Welche Unternehmens-Ethik verbindet optimal Erfolg und Verantwortung? Warum lassen sich Hierarchien im Unternehmen nicht abflachen ohne gleichzeitig eine neue Zentralisierung der Entscheidungskompetenzen herbei zu führen? Warum scheitern gut gemeinte Gruppenarbeits-Projekte? Warum lassen sich Unternehmen nicht wie interne Märkte organisieren? Warum wehren sich Mitarbeiter gegen ein Mehr an Selbststeuerung im Rahmen von Dezentralisierungsmaßnahmen? Weshalb führt Qualitätsmanagement oft nur zu mehr Bürokratie anstatt zu mehr Qualität? Woran scheitern interne Kommunikationsstrukturen? Was zeichnet ein für seine Mitarbeiter und Führungskräfte gleichermaßen „gesundes“ Unternehmen aus?
Die Philosophie kennt keine eindeutigen und abschließenden Antworten auf alle diese und weitere Fragen und, so paradox dies zunächst klingen mag, das gerade zeichnet sie aus. Der Philosoph als Organisationsberater weiß im guten sokratischen Verständnis, „dass er nichts weiß“. Einer gründlichen Analyse und Bestandsaufnahme der gegebenen manifesten Organisationsstruktur und der Interaktionsmuster der handelnden Menschen in der Organisation folgt daher keine „Lösung“ im Sinne einer „Unternehmensphilosophie“, welche eine bestimmte Strukturveränderung, bestimmte Kommunikationskompetenzen oder vorgefasste Führungsmuster beinhalten. Dies kann alles ein Teil der Lösung sein, jedoch gilt es zunächst über den manifesten Gehalt hinaus das Unternehmen in seiner Gesamtheit als einen dynamischen Prozess zwischen den beteiligten Menschen zu verstehen.